Portrait

Eine neue Gesprächsplattform zur räumlichen Entwicklung des Aargaus

Unbestritten: Der Aargau verändert sich – wie die ganze Schweiz - räumlich in den letzten Jahren in einem nie dagewesenen Mass. Die Siedlungsflächen nehmen zu, das Verkehrsnetz wird dichter, der Flächenverbrauch von Landschaft ist enorm. Dies trotz Bemühungen um eine sog. Verdichtung nach innen, trotz präzisierten Planungsinstrumenten, trotz optimierten Bauordnungen etc. Damit verbunden verändert sich auch das Gesicht unseres Kantons.

Viele Orte im Aargau verlieren an Gesicht, vielen Bauten mangelt es an Qualität. «Verbreiung» und «Verluderung» unserer Bau- und Siedlungskultur sind vielfach gehörte Beschreibungen der heutigen räumlichen Wirklichkeit, oder, wie Vittorio Lampugniani es formuliert hat: «Die Zersiedlung ist die freundliche Summierung aller Interessen».
Das ist aber nur die halbe Wahrheit. In unserem Kanton gibt es wegweisende planerische Ansätze auf unterschiedlichsten Stufen, die immer wieder auch schweizweit Aufmerksamkeit erlangen. Die Wacker-Preise für Aarau, Rheinfelden und Baden zeugen unter anderem von einem beispielhaften Umgang mit Siedlung und Landschaft. Es gibt qualitätsvolle Bauten wie auch planerische Ansätze landauf, landab. Weil wir leider zu wenig drüber reden, finden diese positiven Ansätze kaum eine Verankerung im Bewusstsein einer breiteren Bevölkerung.

Eine Gruppe von Aargauer Fachleuten ist überzeugt, dass die Raumentwicklung unseres Kantons intensiver als bisher zur Sprache gebracht werden soll. Sie erachtet die Schaffung eines Diskussionsforums als einen Schritt in Richtung einer breiteren Dialogkultur. Ein solches Forum ist keine Neuerfindung, es gibt sie schweizweit auf unterschiedlichen räumlichen und gesellschaftlichen Stufen. Auf übergeordneter Ebene aber existierte eine solche Plattform bisher im Aargau nicht.

Das neue Raumforum will den Diskurs über und zwischen Architektur, Siedlungs- und Landschaftsplanung, Verkehrs- und Infrastrukturplanung etc. und deren Auswirkungen auf die räumliche Umwelt anstossen und mit den heutigen gesellschaftlichen und klimatischen Herausforderungen verknüpfen.
Der Verein «Raumforum Aargau» plant ab 2022 jährliche Veranstaltungsreihen, die sich an aktuellen, raumrelevanten Themen orientieren. Stattfinden sollen sie themenorientiert über den ganzen Kanton verteilt. Der Verein will sich aktiv in die öffentliche Diskussion einmischen und Stellung beziehen zu aktuellen Fragen über raumrelevante Themen.
Gestartet wird mit 3 Veranstaltungen zu jeweils einem raumrelevanten Thema. Angedacht ist mittelfristig die Ausweitung der Aktivitäten mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und auch Events zu tagesaktuellen Fragen und Entwicklungen. Dabei richten sich die Veranstaltungen nicht nur an Fach- und Verwaltungskreise, sondern eine breite Öffentlichkeit soll sich explizit angesprochen fühlen und sich einbringen können.

Die Veranstaltungen sollen frei und unentgeltlich zugänglich sein. Finanziert werden die Aktivitäten durch den Verein «Raumforum Aargau» über Mitglieder-, Gönner- und Sponsorenbeiträgen.

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